Ansprechender Jahresgewinn

Die LKW erzielten im Geschäftsjahr 2021 einen Umsatz von 97.3 Millionen Franken und einen Jahresgewinn von 8.4 Millionen Franken. Dieses Resultat konnte trotz den sehr herausfordernden Entwicklungen erzielt werden, welche sich gegen Ende des Geschäftsjahres für die Beschaffung von Strom an den Handelsplätzen ergaben.

Unruhe am Energiemarkt Im Nachgang zu den ersten Phasen der Coronapandemie erholte sich die Wirtschaft im ersten Halbjahr deutlich. Dies führte in vielen Bereichen zu einer hohen, zum Teil schlecht erfüllbaren Nachfrage. Die im Sommer vernachlässigte Füllung der europäischen Gasspeicher führte zu einer Angebotsverknappung und katapultierte die Erdgaspreise teilweise auf das Zehnfache. Da auch das Windangebot im Jahr 2021 deutlich unter den Erwartungen lag, haben sich die Preise am Strommarkt bis zum Jahresende hin vervielfacht. Auch die LKW mussten immense Kostensteigerungen bei der Strombeschaffung an der Börse hinnehmen, konnten diese aber mit der Eigenproduktion im In- und Ausland abfedern. Dank eines Langfristvertrags und vorausschauender Planung beim Stromeinkauf können die LKW ihre Haushalts- und Gewerbekunden weiterhin mit moderaten und gleichbleibenden Strompreisen versorgen.
Um den inländischen Anteil erneuerbarer Stromproduktion weiter zu erhöhen, wurde speziell für die Gewerbe- und Industriekunden das Produkt LiStrom alpin eingeführt. Zudem beliefern die LKW seit Anfang 2021 ihre Haushalts- und Gewerbekunden standardmässig mit erneuerbaren Stromprodukten. Dies führte zu einem sehr deutlichen Anstieg von erneuerbarer Energie in allen Kundengruppen. Anfangs des Berichtsjahres konnte das erneuerte und erweiterte Kraftwerk Mühleholzquellen in Betrieb genommen werden, was die inländische erneuerbare Stromproduktion, neben dem Zubau von Photovoltaikanlagen, weiter stärkt. Die Aussichten für das Jahr 2022 sind wegen der den Kriegsereignissen in der Ukraine und den damit zusammenhängenden Verwerfungen an den Energiemärkten ungewiss.

Hervorragende Strom- und Kommunikationsnetze Die Stromnetzbaustrategie der vergangenen Jahrzehnte hat sich bewährt. Trotz massivem Zuwachs an dezentral einspeisenden PV-Anlagen waren in den letzten Jahren kaum zusätzliche Investitionen ins Stromnetz nötig. Das Projekt «erweiterte Netzanalyse», das mit Daten der landesweit ausgerollten «Smart Meter»-Infrastruktur gespeist wird, macht es den LKW jetzt möglich, noch gezielter und kostengünstiger in den Netzausbau zu investieren. Der 2017/18 gestartete flächendeckende Glasfaserausbau ist bereits sehr weit fortgeschritten. Ende 2021 waren 83.4 Prozent der Anschlüsse des Landes mit der ultraschnellen Technologie versorgt. Damit nimmt das Land Liechtenstein international eine Spitzenposition in der Telekommunikationsversorgung ein.
Die gebietsweise Ausserbetriebnahme der alten Telefonie- und Kabelfernsehnetze ging ebenfalls problemlos vonstatten, da das neue Glasfasernetz von den Endkunden sehr gut akzeptiert wird. Der Ausbau des Netzes soll bis Ende 2022 landesweit abgeschlossen sein.

Elektrizfierung der Wärmeerzeugung und des Individualverkehrs schafft neue Geschäftsfelder Die Anzahl an Elektrofahrzeugen entwickelte sich auch im Jahr 2021 in Liechtenstein rasant. 2020 war die Nutzung der öffentlichen Ladestationen aufgrund der Coronaeinschränkungen zusätzlich eingeschränkt, was sich im Jahr 2021 verbessert hat. Beide Entwicklungen haben sich auch in der Nutzung der öffentlichen Ladeinfrastruktur niedergeschlagen, die sich gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert hat. Das Wärmepumpen-Contracting entwickelt sich gut, aber noch etwas unter den Erwartungen; dennoch ist diese innovative und umweltfreundliche Heizwärme- und Warmwasserproduktion auch für die Ziele der Energiestrategie 2030 wichtig. Mehrere Anlagen sind erfolgreich in Betrieb, weitere befinden sich in der Bau- oder Planungsphase. Auch das Photovoltaik-Contracting konnte als neues Geschäftsfeld im vergangenen Jahr positioniert werden und erste Projekte sind erfolgreich in der Umsetzung.

Mehr Eigenproduktion dank ausländischen Beteiligungen Das LKW-Engagement an der Repartner Produktions AG ist besonders für den anteiligen kostengünstigen Strombezug aus ausschliesslich erneuerbaren Produktionsanlagen vorteilhaft, was sich im Berichtsjahr bei sehr stark steigenden Strompreisen wiederum deutlich gezeigt hat. Mit dem Bezug von circa sechs Prozent des Landesabsatzes aus den Prättigauer Werken konnten die Beschaffungskosten an den Strommärkten deutlich reduziert werden, was sich auch deutlich im Jahresergebnis niedergeschlagen hat. Die Investitionen in erneuerbare Stromproduktion im In- und benachbarten Ausland hat mit den zunehmenden politischen Unsicherheiten noch an Bedeutung gewonnen und wird von den LKW weiter vorangetrieben.

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