Einbindung des Umspannwerks Sevelen
Bekanntermassen ist Liechtenstein via das 110-kV-Netz der Axpo Grid AG in die Regelzone Schweiz eingebunden. Die LKW betreiben 4 Umspannwerke (unter anderem die Umspannwerke Triesen und Balzers), um eine hohe Versorgungsqualität für ihre Netzkunden in Liechtenstein zu gewährleisten. Auf der gegenüberliegenden Rheinseite drängte sich aufgrund der stetig zunehmenden Industrielast (Autoneum, ElringKlinger, Schoeller, etc.) ein weiterer 110-kV-Versorgungsstützpunkt in der Gemeinde Sevelen auf (Umspannwerk Sevelen). Bisher wurde die Gemeinde Sevelen auf der Mittelspannungsebene vom Umspannwerk Buchs beziehungsweise von Sargans her versorgt. Um die verfügbare Leistung vor Ort zu erhöhen, wird neu direkt in Sevelen die Spannung von 110'000 V auf die dortige Mittelspannung transformiert.
Information zu den Arbeiten während der Kalenderwoche 13 (29.3. bis 2.4.2021):
Diese Woche finden die 110-kV-Leitungsbauarbeiten der Axpo Grid AG statt, um die Einbindung des neu erstellten Umspannwerks Sevelen abzuschliessen. Während dieser Arbeiten muss das regionale 110-kV-Netz aufgebrochen werden, was zu einer kurzfristig fehlenden Redundanzstellung auf der Netzebene 110 kV führt. Diese fehlende Redundanzstellung (d.h., die Verletzung des (n-1)-Prinzips) betrifft die Umspannwerke Balzers und Triesen. Derartige Arbeiten werden minutiös geplant und mit entsprechenden Notfall- und Sicherheitskonzepten begleitet.
Die Bauarbeiten finden in der Regel in der Weise statt, dass diese für die Stromkunden unbemerkt bleiben. Da während den Arbeiten jeweils nur ein Netzelement fehlt, ist es aufgrund des (n-1)-Prinzip möglich, die Netzbau-Tätigkeiten ohne Versorgungseinschränkungen durchzuführen.
Für die Stromkunden sollten sich somit keinerlei Einschränkungen ergeben.
Die LKW haben zusammen mit der Axpo Grid AG zusätzlich ein erweitertes Notfallkonzept erstellt, welches ergänzend gewährleistet, dass auch im ausgesprochen ungünstigsten Fall einer durch die Axpo Grid AG nicht mehr kurzfristig behebbaren Störung an der 110-kV-Versorgung von Sargans her, innerhalb von wenigen Stunden die Stromversorgung für die dann betroffenen Teile der Gemeinden Vaduz und Triesenberg sowie für die Gemeinden Triesen und Balzers wieder aufgebaut werden kann.
Das Notfallkonzept sieht vor, dass mit mehreren Mittelspannungs-Netzschaltungen innerhalb Liechtensteins der Strom vom Umspannwerk Schaan in den Süden Liechtensteins (d.h. bis Balzers) transportiert würde. Zur Unterstützung einer derartigen ausnahmsweisen Netzkonfiguration in Liechtenstein spielen auch die Kraftwerke Samina und Lawena eine wichtige Rolle, insbesondere um die Spannungsqualität zu sichern.
