Energiesymposium
Fotos: Daniel Schwendener und Michael Zanghellini
Energiesymposium beleuchtet Herausforderungen der Energiepolitik
Das
Energiesymposium der Liechtensteinischen Kraftwerke (LKW) hat die
aktuellen Herausforderungen der Energiepolitik beleuchtet. Hochkarätige
Experten wie Alt-Bundesrätin Doris Leuthard und ETH-Professor Lino
Guzzella zeigten auf, wie die Energiewende in Liechtenstein und der
Schweiz gelingen kann.
Die Liechtensteinischen Kraftwerke (LKW) haben ihr 100-jähriges Bestehen mit einem Energiesymposium offiziell lanciert. Hochkarätige Experten aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft zeigten gestern vor rund 300 Gästen im Saal am Lindenplatz (SaL) in Schaan auf, wie die Zukunft der Energieversorgung in Liechtenstein und der Schweiz aussehen wird. LKW-Verwaltungsratspräsident Philipp Elkuch begrüsste die Gäste und sprach darüber, wie sich die LKW in den vergangenen 100 Jahren vom reinen Stromversorger zum Kompetenzzentrum rund ums Thema Energie entwickelt haben.
Anschliessend gab die Schweizer Alt-Bundesrätin Doris
Leuthard einen Einblick in die aktuelle wirtschafts- und
energiepolitische Lage. Leuthard sprach über die Energiekrise und ihre
Chancen aus geopolitischer Sicht. Neben dem Ukrainekrieg warnte sie
auch vor den Abhängigkeiten von China. «Wir brauchen wieder
Technologieführerschaften in Europa. Ich bin überzeugt, dass diese sich
gerade auch im Bereich der erneuerbaren Energien finden lassen.» Damit
liessen sich handelspolitische Interessen künftig besser steuern und
Abhängigkeiten reduzieren.
ETH-Professor Lino Guzzella stellte
anschliessend eine Auslegeordnung für die künftige Energieversorgung in
der Schweiz und Liechtenstein vor. Er zeigte eindrücklich auf, dass der
weltweite Bedarf an Energie weiter massiv zunehmen werde und die Abkehr
von Kohle und Erdöl selbstverständlich sei, um den Klimawandel zu
bremsen. Der Umbau müsse allerdings so geschehen, dass die Versorgung
mit ausreichend preisgünstiger Energie jederzeit sichergestellt sei. Für
Guzzella stellen Forschung und Entwicklung die besten Investitionen
dar, um innovative Lösungen in der Energieversorgung zu finden.
Zum Abschluss des Energiesymposiums diskutierte ein hochkarätig besetztes Panel unter der Leitung von Moderator Tobias Müller über konkrete Massnahmen in der Energiepolitik. LKW-Geschäftsvorsitzender Gerald Marxer, Generalsekretär des Ministerium für Inneres, Wirtschaft und Umwelt Markus Biedermann und die beiden Referenten Doris Leuthard und Lino Guzzella waren sich darin einig, dass die geopolitischen Unsicherheiten den Druck auf die Energiepolitik erhöhen werden. Sie zeigten sich davon überzeugt, dass die Energiewende gelingen kann, wenn sowohl Politik, Wirtschaft und Gesellschaft offen für innovative und pragmatische Lösungen sind. Anschliessend bot der Apéro riche den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nochmals die Gelegenheit, die Erkenntnisse der Experten zu diskutieren und zu vertiefen.
