Jahresbericht 2024

Die LKW erzielten im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von 113.5 Millionen Franken und einen Jahresgewinn von 9.5 Millionen Franken. Dank gesunkener Strombörsenpreise und einer kosteneffizienten Eigenproduktion im Jahr 2024 konnten die Beschaffungskosten deutlich reduziert werden. Diese Ersparnisse wurden direkt an Haushalte, Gewerbe- und Sondervertragskunden weitergegeben. Auch niedrigere Kosten für Netzverluste wirkten sich positiv auf das Gesamtergebnis aus.

Das Jahr 2024 war geprägt von Stabilität und Weitblick. Durch vorausschauende Beschaffung und gezielte Risikosteuerung konnten die Strompreisrisiken effektiv kontrolliert werden. Die neuen Stromtarifmodelle bieten Kundinnen und Kunden massgeschneiderte Lösungen, die den aktuellen Marktbedingungen gerecht werden. Auch intern wurden Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt: Die Geschäftsleitung ist seit Anfang 2024 wieder vollständig besetzt, und die Zusammenarbeit mit dem teilerneuerten Verwaltungsrat verläuft erfolgreich.

Aussergewöhnliches Produktionsjahr

Die Niederschlagsmengen im Jahr 2024 sorgten sowohl bei der inländischen Eigenproduktion als auch bei den Produktionsmengen aus Beteiligungen für aussergewöhnlich hohe Werte, die deutlich über dem langjährigen Durchschnitt lagen. Der langjährige Mittelwert der Stromproduktion der Wasserkraftwerke der LKW von 91.5 GWh wurde deutlich übertroffen – mit 118.7 GWh erzielten die LKW das höchste Produktionsergebnis in ihrer 101-jährigen Geschichte. Diese überdurchschnittlichen Produktionsmengen wirkten sich sehr positiv auf das Finanzergebnis der LKW aus. Auch die Einnahmen aus der Bereitstellung von Systemdienstleistungen übertrafen den Vorjahreswert deutlich. Diese positive Entwicklung ermöglichte es den LKW, ihre Beschaffungskosten im Festpreistarif zu senken und den Strompreis für Endkunden zum 1.7.2024 erneut zu reduzieren. Dies unterstreicht die zentrale Rolle einer starken Eigenproduktion für Preisstabilität und Versorgungssicherheit, die verantwortungsvoll weiter ausgebaut werden soll.

Dynamische Preise an den Strommärkten

Im Jahr 2024 bewegten sich die Energiepreise an den Märkten stark. Während kurzfristig günstige Bedingungen für niedrige Preise sorgten, blieb die langfristige Entwicklung unsicher. Besonders im Sommer drückte viel Sonnenenergie die Preise oft in den negativen Bereich. Die LKW beschaffen die Energie für ihre Kundinnen und Kunden im Festpreistarif für mehrere Jahre im Voraus. Durch den Einkauf in vielen Einzeltranchen werden Preisschwankungen geglättet. Diese Strategie hat sich insbesondere in volatilen Marktphasen bewährt und stellt sicher, dass wir auch in Zukunft eine verlässliche Versorgung zu stabilen Preisen gewährleisten können. Um sich an das sich wandelnde Energiemarktumfeld anzupassen, haben die LKW neue Stromtarifmodelle entwickelt. Neben dem bestehenden Festpreisangebot LKWclassic stehen ab dem 1. Januar 2025 mit LKWfree und LKWflex zusätzlich zwei dynamische Tarifmodelle zur Verfügung. Damit können Kundinnen und Kunden mit dynamischen Tarifen Preisschwankungen gezielt nutzen, um ihren Verbrauch zu optimieren, von niedrigen Preisen zu profitieren und Energiekosten zu sparen. Wer hingegen Stabilität bevorzugt oder sich nicht mit den Chancen und Risiken der Energiemärkte befassen möchte, findet in LKWclassic weiterhin eine verlässliche Wahl.

Neue Netztarife für eine gerechtere Kostenverteilung

Das immer grösser werdende Aufkommen und die häufigere Nutzung von Wärmepumpen und E-Mobilität sowie die hohe Zahl an dezentralen Einspeisern wie zum Beispiel PV-Anlagen verändern die Stromverbrauchs- und Erzeugungsmuster grundlegend. Dadurch verändern sich nicht nur die Energiepreise an den Stromhandelsbörsen, sondern das führt auch zu einer stärkeren und veränderten Belastung des Verteilnetzes. Die Nachfrage- und Produktionsspitzen sind unregelmässiger geworden und erhöhen den Bedarf an Übertragungskapazität (Leistung), während die transportierten Energiemengen (Arbeit) leicht zurückgehen. Dies führt dazu, dass die Investitionen in das Verteilnetz in Zukunft steigen werden, obwohl die durchschnittliche Auslastung des Netzes rückläufig ist.

Damit das Verteilnetz nicht unverhältnismässig ausgebaut werden muss und die Netznutzungspreise auch zukünftig tief gehalten werden können, muss das Verteilnetz effizienter genutzt werden. Deshalb führen die LKW ab 2025 ein neues Tarifmodell für das Verteilnetz ein, das das Nutzungsverhalten gezielt steuert, um kostspieligen Netzausbau oder Netzengpässe zu reduzieren. Im Zuge dieser Anpassung ersetzen die LKW die bisherigen Hoch- und Niedertarifzeiten durch saisonale Arbeitspreise für das Netz im Sommer und Winter. Dies schafft für alle Kundinnen und Kunden einen Anreiz, die verstärkt im Sommer auftretenden Stromüberschüsse direkt in der Nähe ihrer dezentralen Erzeugung zu verbrauchen und den Energietransport über weite Strecken zu reduzieren. Durch diese
Mass­nahme sind die Netznutzungspreise im Sommer generell tiefer als im Winter.

Nachhaltige Stromversorgung mit Sonnenenergie

Der Ausbau der Photovoltaik markierte im Jahr 2024 einen weiteren Meilenstein: Mit einer installierten Modulleistung von etwa 77 MWp wurde ein neuer Rekord aufgestellt. Kein anderes Land weltweit verfügt pro Kopf über eine höhere Photovoltaikleistung. Der Netzabsatz stieg, trotz steigendem PV-Eigenverbrauch, minimal an, liegt aber deutlich unter 400 GWh. Dank vorausschauender Investitionen in Netzkapazitäten und fortschrittliche Digitalisierung – darunter die Einführung einer erweiterten Netzanalyse-Software – konnten die LKW diese anspruchsvolle Entwicklung mit tendenziell sinkendem Netzabsatz erfolgreich bewältigen. Im Jahr 2024 kam es an den Strombörsen vermehrt zu negativen Energiepreisen. Dadurch wurde die marktorientierte Einspeisevergütung teilweise zu einer Forderung gegenüber den Anlagenbetreibern, anstatt zu einer Auszahlung. Erstmals seit Einführung des marktorientierten Preises wurde für 2024 ein Ausgleichsbeitrag von 1.202 Rp/kWh an alle anspruchsberechtigen PV-Anlagenbetreiber ausbezahlt. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, hat die Regierung Liechtensteins die Energieeffizienzverordnung (EEV) angepasst und die Leistungsvereinbarung mit den LKW überarbeitet. Ab dem 1. Januar 2025 werden negative Preise bei der Berechnung der Einspeisevergütung nicht mehr berücksichtigt. Damit wird ein positives Investitionsklima für PV-Anlagen gefördert, sodass diese weiterhin optimal betrieben werden können, ohne bei niedrigen Marktpreisen abgeregelt oder abgeschaltet werden zu müssen. Die erforderlichen Mittel zur Finanzierung dieser Massnahme stellt der EEG-Fonds bereit.

Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit

Die LKW wollen den Eigenversorgungsgrad aus erneuerbaren Energiequellen weiter ausbauen und arbeiten neben der Solarenergie auch an der Windkraft. Durch die Kombination von Wind- und Solarenergie können Schwankungen in der Energieerzeugung minimiert und die Versorgungssicherheit allgemein erhöht werden. Dieses hybride System funktioniert aufgrund der zeitlichen Ergänzung der beiden Energiequellen: Der Wind weht stärker in den Wintermonaten und auch nachts, während PV-Anlagen hauptsächlich tagsüber und besonders effektiv in den Sommermonaten bei hoher Sonneneinstrahlung Strom produzieren. Diese zeitliche Verschiebung der Produktionszeiten sorgt für eine stabilere Energieerzeugung über das gesamte Jahr hinweg. Entsprechend haben die Windprojekte in Liechtenstein für die LKW hohe strategische Priorität. Die von den LKW im Jahr 2023 durchgeführten Abklärungen haben entlang des Rheins zwischen Balzers und Ruggell ein hohes Potenzial für die Nutzung der Windkraft ergeben. Dabei wurde neben dem Windpotenzial auch eine erste Interessensabwägung durchgeführt (Windertragspotenzial, Verträglichkeit mit Flora und Fauna, Schutzgebiete, Lärm- und Schattenwurf, Standortidentifikation, elektrische Anbindung etc.). Die LKW haben diese Voruntersuchungen im Jahr 2024 abschliessen können. Als Ergebnis liegen drei Untersuchungsgebiete vor, in denen eine vertiefte Projektierung sinnvoll erscheint.

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