Präventivkampagne bei Stromknappheit
Heute Dienstag, 30.11.2021 erreicht die Unternehmen und Grosskunden der Liechtensteinischen Kraftwerke ein Schreiben, in dem sie zur Mitwirkung an einer Präventionskampagne aufgefordert werden, falls der Strom einmal knapp werden sollte.
Das Wichtigste vorweg: Aktuell befinden wir uns in keiner Strommangellage, auch wenn dieses Thema in den letzten Wochen von den Schweizer Medien im Bezug zu den Verhandlungen zwischen der Schweiz und der EU immer wieder aufgegriffen wurde. Im Moment steht genügend Strom zur Verfügung und es sieht nicht so aus, als ob sich das in naher Zukunft ändern würde, und wenn, dann schon gar nicht von heute auf morgen.
Weshalb also verschicken die LKW einen solchen Brief an die Unternehmen? Die Pandemie hat gezeigt, wie anfällig und abhängig unsere Wirtschaft von funktionierenden Produktionskapazitäten und Lieferketten ist – wir bekommen gerade einen Einblick, vor welche Herausforderungen eine Gesellschaft in einer «besonderen Lage» gestellt wird. Das Schreiben der LKW fordert die Unternehmen deshalb auf, sich mit zukünftigen Einschränkungen bei der Energieversorgung vertraut zu machen, und sich entsprechend vorzubereiten, wie sie den eigenen Stromverbrauch einteilen können, sodass der notwendige Betrieb auch bei einer Strommangellage aufrechterhalten werden kann.
Die LKW schicken dieses Schreiben auf Anweisung der OSTRAL (Organisation für Stromversorgung in ausserordentlichen Lagen), die im Auftrag der wirtschaftlichen Landesversorgung arbeitet. Die OSTRAL ist als Kommission im Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) organisiert, welcher auch die LKW als verantwortliche Netzbetreiberin im Fürstentum Liechtenstein angehört. Die OSTRAL hat sich zum Ziel gesetzt, die Grossverbraucher auf den Fall einer Strommangellage zu sensibilisieren. Es handelt sich derzeit in erster Linie um eine Sensibilisierungskampagne, daher ist es wichtig, dass die Unternehmen wissen, was sie während einer Strommangellage beitragen können, um Strom zu sparen. So könnten beispielsweise in einer Druckerei weniger Maschinen zur gleichen Zeit betrieben werden, in einem Shoppingcenter Rolltreppen abgestellt oder die Beleuchtung zu gewissen Zeiten reduziert werden. Der Strom wird also nicht einfach abgestellt, sondern die Unternehmen werden bei einer Strommangellage von der Regierung dazu aufgerufen, eine bestimmte Menge Strom über einen gewissen Zeitraum einzusparen. Gerald Marxer, Vorsitzender der Geschäftsleitung kann daher beruhigen: «Auch wenn eine solche Situation durchaus spür- oder sichtbare Auswirkungen hätte, muss sich niemand sorgen. Vielmehr geht es darum, im Vorfeld zu eruieren, worauf man im Ernstfall vorübergehend verzichten kann, damit Strom eingespart werden kann. Zusammen mit der Schweiz werden wir auch in einer ausserordentlichen Lage die Aufrechterhaltung unserer Stromversorgung sichern können.»
