Haushaltskunden Preise 2023 (nur Energie, ohne Herkunftsnachweis)
Hochtarif (HT) 29.6 Rp/kWh
Niedertarif (NT) 25.0 Rp/kWh
Die LKW verzichten im laufenden Jahr darauf, die Strompreise für Haushalts- und Sondervertragskunden zu erhöhen, obwohl die Preise an der Börse massiv angestiegen sind. Dies führt zu erheblichen Verlusten der Jahresrechnung 2022. Ab 1.1.2023 sind die LKW gezwungen, die Strompreise signifikant zu erhöhen. Der Energiepreis steigt von heute 8.54 Rp/kWh auf 27.1 Rp/kWh an. Zusammen mit der Netzbenutzung bedeutet das in etwa eine Verdoppelung der Stromrechnung für die Kundinnen und Kunden.
Verwerfungen auf dem Energiemarkt seit 2020/21
Die
Faktoren und Gründe für die Entwicklung der hohen Energiepreise sind
vielschichtig. Die wichtigsten Gründe sind die stark gestiegenen
Gaspreise, die geplanten und ungeplanten Abschaltungen von fast der
Hälfte der französischen Kernkraft, der trockene Sommer in Europa und
die nach wie vor hohe Energienachfrage aufgrund von
Corona-Nachholeffekten. Die hohen Gaspreise sind eine Folge der tiefen
Speicherstände anfangs dieses Jahres, unter anderem bedingt durch die
tiefe Windproduktion im Winter 2021/2022, und vor allem durch den fast
vollständigen Ausfall der Importe von Gas aus Russland. Die Strompreise
in Europa orientieren sich an der teuersten noch handelbaren
Produktionstechnologie, weswegen sich die Strompreise im Zuge der
steigenden Gaspreise fast gleichzeitig stark erhöhten.
Angriff auf Ukraine als Treiber der Energiepreise
In
dieser bereits angespannten Situation auf dem Energiemarkt kam es
Anfang des Jahres zum Angriff Russlands auf die Ukraine, und die
Energiepreise an den Börsen fingen an stark zu steigen. Da in Frankreich
mehr als die Hälfte aller Atomkraftwerke in geplanter und ungeplanter
Revision sind und diese Kraftwerkskapazitäten am europäischen Markt
fehlen, bestimmen Gaskraftwerke und somit der Gaspreis den Strompreis.
Die Kosten für die Beschaffung von Strom an den Grosshandelsmärkten
haben sich in den vergangenen 24 Monaten um den Faktor 15 erhöht. Die
LKW beschaffen die Energie gestaffelt über drei Jahre. Dank dieser
Strategie konnten die LKW bereits im Jahr 2020 bis Mitte 2021 mehrere
Tranchen für das Jahr 2023 zu tiefen Preisen beschaffen. Die letzten
Tranchen mussten hingegen im Jahr 2022 bei extrem steigenden Kosten
zugekauft werden, was die Strompreiskosten für 2023 massiv in die Höhe
treibt. Die LKW müssen 75 Prozent der Energie an den Märkten beschaffen.
Mit der LKW-Eigenproduktion und den Beteiligungen, die die LKW zu
Selbstkosten einbringen, kann nur ein geringer Teil der Kosten
abgefedert werden.
Verdoppelung der Stromrechnung trotz stabiler Netznutzungspreise
Die
Energiepreise steigen im neuen Jahr von 8.54 Rp/kWh auf 27.1 Rp/kWh an.
Zusammen mit der Netzbenutzung bedeutet das in etwa eine Verdoppelung
der Stromrechnung für die Kundinnen und Kunden (siehe Preisbeispiel
unten).Die hohen Einkaufspreise an der Börse führen aber nicht nur zu
einer Preiserhöhung für die Stromkunden, sondern werden auch zu
erheblichen Verlusten in der Jahresrechnung 2022 der LKW führen.
Prognosen zu der Preisentwicklung für die Folgejahre sind nach wie vor
schwierig und hängen stark davon ab, wie sich die Lage in der Ukraine
und auf dem Weltmarkt entwickelt.
Beispiel für einen 4-Personen Haushalt mit 4'500 kWh Jahresverbrauch mit 50% Hochtarif und 50% Niedertarif:
Mehrkosten pro Monat: 69.30 CHF

Haushaltskunden Preise 2023 (nur Energie, ohne Herkunftsnachweis)
Hochtarif (HT) 29.6 Rp/kWh
Niedertarif (NT) 25.0 Rp/kWh
Die Niedertarifzeiten bleiben bestehen: Täglich von 20.00 bis 07.00 Uhr. Samstag ab 13.00 Uhr bis Montag 07.00 Uhr.
Die Strompreise an den Börsen werden durch die sogenannten Merit Order bestimmt. Das heisst, die teuerste gerade noch absetzbare Stromproduktionsart bestimmt den Preis für den ganzen Stromhandel. Durch den Wegfall der günstigen Kernenergie in Frankreich ist aktuell praktisch immer Gas die preisbestimmende Produktion.
Im Winter ist die Windkraftstromproduktion in der Regel grösser als im Sommer und trägt in Europa massgeblich zur Deckung des Bedarfs bei. Fällt diese, wie im Winter 2021/22, tief aus, muss diese durch andere Technologien ersetzt werden. Im letzten Winter waren das vor allem Gaskraftwerke, da französischer Atomstrom fehlte.
Liechtenstein Wärme hat in mehreren Schritten die Preise seit Herbst 2021 angehoben. Gesamthaft beläuft sich die Steigerung auf etwa 110%. Der Strompreis bleibt bis Ende 2022 unverändert. Der Strompreis steigt im Jahr 2023 um circa 100%.
Die LKW müssen für ihre Kunden in Liechtenstein ca. 2/3 des Stroms an der Börse beschaffen, da die Eigenproduktion nur gerade 18% deckt. Die LKW beschaffen an den Börsen Energie gestaffelt in mehreren Tranchen im Voraus, mit einem Zeithorizont von 3 Jahren. Wann die Tranchen beschafft werden, ist in einem Strategiepapier festgehalten, um Preisschwankungen zu glätten. So haben die LKW bereits im Jahr 2020 bis Mitte 2021 mehrere Tranchen für das Jahr 2023 zu tiefen Preisen beschafft. Die letzten Tranchen mussten hingegen im Jahr 2022 bei extrem steigenden Kosten zugekauft werden, was die Strompreiskosten für 2023 in die Höhe treibt.
Strompreis der LKW 2023: 36.74 Rp/kWh (Graustrom, ohne Messpreis) +101% gegenüber Vorjahr
Strompreis Buchs SG 2023: 30.81 Rp/kWh +51.2% gegenüber Vorjahr
Strompreis Sennwald 2023: 35.19 Rp/kWh + 38.8% gegenüber Vorjahr
Strompreis Sevelen 2023: 36.98 Rp/kWh +64.6% gegenüber Vorjahr
Strompreis Wartau 2023: 40.05 – 42.34 Rp/kWh +81.5% gegenüber Vorjahr
Alle Preise in der Schweiz sind hier zu finden: https://www.strompreis.elcom.admin.ch/?period=2023
Liechtenstein ist vollständig liberalisiert. Dennoch haben die LKW neben den Privatkunden auch viele Gewebe- und kleinere Industriekunden in einem Tarifmodell (quasi wie Grundversorgung). Deshalb sind auch die Mengen, die mit Tarifmodellen abgesetzt werden, viel höher. In der Schweiz decken sich viele dieser Kunden direkt am Markt ein und müssen viel höhere Preise bezahlen. Im Gegensatz zu vielen Schweizer Elektrizitätswerken verfügen die LKW nur über 18% Eigenversorgung. Mit Beteiligungen an Kraftwerken und Langfristverträgen wird ein weiterer Teil des Absatzes gedeckt. Ca. 2/3 des Stroms müssen die LKW an der Börse einkaufen und auch die PV-Produktion in FL zu Marktpreisen übernehmen. Dies führt zu einem etwas höheren Strompreis.
Mit den Netznutzungsentgelten stellen die LKW ein langfristig sehr hohes Niveau an technischer Versorgungssicherheit und Aufnahmefähigkeit von Photovoltaik sicher. Die Kosten fliessen also direkt in die Netzinfrastruktur (Neu- und Ersatzinvestitionen, Betrieb und Unterhalt, …) und sind unabhängig von Stromproduktion und -beschaffung. Die Netznutzungspreise werden nicht von den LKW bestimmt, sondern von der Kommission für Energiemarktaufsicht festgelegt. Obwohl die Kosten für die Netznutzung gestiegen sind (z.B. aufgrund von Beschaffung von Strom für die Deckung der Netzverluste, höheren Kosten für Systemdienstleistungen,) verzichten die LKW auf einen Antrag einer Erhöhung der Netznutzungsentgelte bei der Energiemarktaufsicht.
Die LKW haben bewusst darauf verzichtet, die Strompreise unter dem Jahr zu erhöhen, damit die Kundinnen und Kunden bis Ende Jahr Planungssicherheit haben.
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Die hohen Energiepreise können einkommensschwache Haushalte sowie energieintensive Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten bringen. Die Regierung hat eine Taskforce «Energiepreise» unter der Leitung des Ministeriums für Inneres, Wirtschaft und Umwelt eingesetzt, um die Auswirkungen der steigenden Energiepreise auf die privaten Haushalte und die Unternehmen zu analysieren sowie mögliche Massnahmen zur vorübergehenden Abfederung zu evaluieren. Die liechtensteinischen Wirtschaftsverbände sind in diesen Prozess eingebunden. Bis Ende Oktober 2022 wird ein erster Zwischenbericht vorgelegt. Mehr Informationen: https://www.regierung.li/de/mitteilungen/229483
Die Vergütung für den eingespeisten PV-Strom richtet sich gemäss Energieeffizienzgesetz nach Marktpreisen, ausser man hat beim Modell eine fixe Einspeisevergütung für 10 Jahre gewählt. Bei steigenden Marktpreisen steigen auch die Vergütungen.